Zentrum für Luft- und Raumfahrt gibt Einblicke in Projekt Eden

Das aktuelle Projekt des DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) hört auf den Namen „Eden“. Die Abkürzung steht für Evolution and Design of Environmentally-closed Nutrition-Sources. Über Projekt Eden wird versucht, den Anbau von Obst und Gemüse auf engstem Raum und unabhängig von Wetterbedingungen zu ermöglichen. Das erste Etappenziel ist die Versorgung von Wissenschaftlern in der Antarktis. Gelingt dies, soll die Technologie auch im Weltraum eingesetzt werden.

Projekt Eden – Von Bremen über die Antarktis bis in den Weltraum

Damit dies auch in der Praxis umgesetzt werden kann, müssen zuvor Tests auf der Erde erfolgreich absolviert werden. Derzeit geschieht dies in einem Bremer Labor. Aber auch in der Antarktis sollen mittels dieser Technologie Wissenschaftler ein Jahr lang mit Lebensmitteln versorgt werden. Gleichzeitig dient dies als Versuch für eine potentielle Nutzung im Weltraum. Das DLR ist eine deutsche Forschungseinrichtung, die sich neben der Luft- und Raumfahrt auch mit Energie und Verkehr beschäftigt. Die IT-Webseite Golem schreibt über Projekt Eden:

In Bremen bereitet das DLR ein Gemüsebeet vor, das ein Jahr lang Forscher in der Antarktis mit frischem Gemüse versorgen soll. Das ist ein terrestrischer Test für extraterrestrische Missionen. (…) Die Pflanzen sollen die Raumfahrer und Kolonisten in erster Linie mit lebenswichtigen Nährstoffen wie Vitaminen versorgen. Sie können aber auch noch auf andere Arten nützlich sein: Bei Experimenten mit Ratten und Mäusen etwa hat sich gezeigt, dass die Nager unempfindlicher gegen die Auswirkungen von Strahlen waren, wenn sie mit Beerenfrüchten wie etwa Himbeeren gefüttert wurden. (…) Doch auch das Projekt Eden ISS heißt: Die gegenwärtige Raumstation wird wohl kaum mit einem Gewächshaus ausgestattet, wie es das DLR in der Antarktis testen will. Auf der Station fehlt schlicht der nötige Platz. Für ein Gewächshaus müsste ein neues Modul gebaut werden – was ungefähr zehn Jahre dauern würde. Dann wird es die ISS voraussichtlich nicht mehr geben.

Die Frage ist, wie effektiv ein solches System am Ende sein kann. Übersteigen die Kosten der Herstellung und der Energieaufwand im Gesamten den Ertrag, den die angebauten Nutzpflanzen letztendlich bringen? Nicht ohne Grund sind heute klassische Kalorienträger und Vitamin-Präparate die effizienteste Methode, um z.B. Astronauten zu versorgen.

Ein bisschen Heimat für den Weltraum

Doch geht es beim Projekt Eden nicht nur um den Anbau von Lebensmitteln. Denn neben dieser Möglichkeit erzeugen Pflanzen auch Sauerstoff und vermitteln ein Gefühl von Heimat. Denn während in einer Weltraumstation alles in technologischem Grau glänzt, stellt ein sattes, lebendiges Grün zumindest einen Hauch von Natur unseres Heimatplaneten dar. Besonders im Hinblick auf die in einigen Jahren stattfindende Raumfahrt zu unserem Nachbarplaneten Mars schaut die Wissenschaft sehr genau auf solche Projekte.

Als vorzeitiges Resultat kann heute schon gesagt werden, dass Projekt Eden für Weltraumstationen in Nähe der Erdumlaufbahn weniger nützlich scheint. Für bemannte Langstreckenflüge durch das Weltall könnte es jedoch durchaus ein wichtiger Baustein einer autark funktionierenden Station sein, welche das Überleben einer Menschengruppe für längere Zeit garantieren muss.

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