Wasserblase Ooho – „Essbares Wasser“ mit pflanzlicher Membran

Drei junge Engländer haben im April ein Video veröffentlicht, welches schnell die Runde in den sozialen Medien machte. Nun berichten die ersten Tageszeitungen über die Wasserblase namens „Ooho“. Die studierten Ingenieure haben es tatsächlich geschafft, eine kleine Wasserblase herzustellen, die Wasser von der Außenwelt trennt. Das Wasser bleibt dabei verformbar. Die pflanzliche Doppel-Membran der Wasserblase besteht zu 100 Prozent aus Pflanzen bzw Algen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sieht kein Risiko, Umweltschützer sind begeistert. Die „Ooho“ könnte nämlich Plastikverpackungen in Massen reduzieren.

Ooho – Essbares Wasser mit pflanzlicher Schutzmembran

Die pflanzliche Schutzhülle der Ooho soll ausreichen, um durch Druck nicht zu platzen. Dennoch reicht ein kräftiger Biss aus, um an das erfrischende Wasser heran zu kommen. Ob die Ooho herkömmliche Transportwege nutzen kann, bleibt noch offen. Hygienisch unbedenklich soll die Wasserblase jedoch sein. Die Thüringer Allgemeine berichtet Folgendes:

Studenten aus London haben die essbaren H2O-Kügelchen erfunden. Mit der „Alternative zur PET-Wasserflasche“, so ihre Begründung, könnte der weltweite Plastikverbrauch stark reduziert werden. Die Idee für ihr Produkt „Ooho“ kommt aus der Molekularküche. (…) Hierzulande betrachten Umweltschützer die Wasserblasen allerdings mit Skepsis. „Es ist unklar, welche Aufwendungen zur Algenproduktion notwendig sind und welche Umweltauswirkungen das hat“, sagt Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft der Deutschen Umwelthilfe (DUH). (…) Gesundheitliche Risiken sieht die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) derzeit nicht. Gelatine und Alginate seien in der Regel unbedenklich. „Allerdings wissen wir noch zu wenig über das Produkt“, räumt DGE-Ernährungsexpertin Antje Gahl ein. Die Aussicht, dass es „Ooho“ zur Trend-Blase schaffen könnte, ist ihrer Meinung nach nicht abwegig. „Andere Verpackungen haben das auch geschafft – zum Beispiel die Getränkedose.“

Auf der zugehörigen Facebookseite wurde mitgeteilt, dass das Unternehmen für ihre „Wasser-Revolution“ innerhalb von wenigen Tagen bereits eine Million Dollar zusammengetragen haben:

Thank you so much to all our supporters. We have now closed our seed round. Over $1m raised (£850k) and 1000 investors in just 3 days! Now the real work begins… let’s do this and make packaging waste disappear!

Ein paar Fragen bleiben noch offen

Mittels Ooho soll der Gebrauch von Plastikmüll eingeschränkt werden. Letztlich bleiben dafür jedoch noch ein paar Fragen offen. Wie soll eine weltweite Logistik unter dem Hygiene-Standard gewährleistet werden? Wie praktisch ist die Wasserblase tatsächlich? Bei den „Prototypen“ befindet sich um die pflanzliche Membran eine weitere Schutzhülle, die man abziehen kann. Dies wäre zwar eine Antwort auf ein potentielles Lager- und Hygiene-Problem. Doch aus welchem Material besteht dann diese Schutzhülle? Was wird als Verpackungsmaterial bzw. Umverpackung der Ooho verwendet? Auf weitere Ergebnisse und Antworten dürfen wir schon innerhalb der nächsten Wochen gespannt sein.

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