Studenten züchten 800 Jahre alte Riesenkürbis-Sorte

Derzeit macht folgende Geschichte die Runde in den sozialen Medien: Vor einigen Jahren gab es in Wisconsin in den USA einen einzigartigen Fund. Bei Ausgrabungen wurde in einem auf 800 Jahre geschätzten Behälter aus Lehm uralte Samen entdeckt. Nachdem Studenten diese einpflanzten, wuchsen daraus Kürbisse, die weitaus größer waren, als alle bekannten Kürbis-Arten. Handelt es sich hierbei also um eine 800 Jahre alte Riesenkürbis-Sorte? Eine gegenteilige Berichterstattung hingegen sagt, dass es diese Riesenkürbisse zwar tatsächlich gibt, die eigentliche Geschichte darüber jedoch an den Haaren herbeigezogen ist.

Bete Okosomin – Der „coole alte Kürbis“

Verschiedene Medien berichteten in der Vergangenheit über den Riesenkürbis, welcher anscheinend auf sehr seltsame Art gefunden wurde. Der Fachbegriff für diese Kürbis-Art lautet „Bete Okosomin“. Übersetzt heißt dies in etwa „cooler alter Kürbis“. Diese können auf eine stolze Größe mit einem Gewicht von bis zu 15 Kilogramm heran wachsen. Es scheint zudem als handelt es sich dabei um eine bisher verloren gegangene Riesenkürbis-Sorte. Das Mother Nature Network berichtet darüber:

It all started with an archaeological dig on First Nations land that unearthed a small clay vessel estimated to be about 800 years old. Inside the vessel, the archaeologists found preserved seeds of an ancient squash. (…) Students at Canadian Mennonite University successfully grew one large squash from the seeds, but they aren’t stopping there. The plan is to save the seeds from that first revived squash and then grow even more squash from those.

Sinngemäß übersetzt: Alles startete mit einem archäologischen Fund. Ein Behälter aus Lehm, der auf ein Alter von 800 Jahren datiert werden konnte, beinhaltete eine Hand voll ungewöhnlicher Samen. Aus diesen Samen haben Studenten der Canadian Mennonite University eine neue Art Riesenkürbis wachsen lassen. Seit dem wollen sie aus dem ursprünglichen Samen-Fund weitere Kürbisse und damit neue Samen ziehen, um die Art weiter verbreiten zu können.

Ein echtes Gemüse in einer falschen Geschichte?

Die Webseite Indian Country Today berichtete vor wenigen Tagen etwas anders über die Geschichte um die 800 Jahre alten Samen, welche zu einem Riesenkürbis heran gewachsen sind. Das Ergebnis stimmt zwar, denn die Riesenkürbisse gibt es wirklich. Doch die Geschichte darum soll nichts weiter als eine Überlieferung sein, welche offiziell nicht bestätigt werden konnte. Einen Behälter aus Lehm, in dem die Samen gefunden wurden, gab es so zumindest nicht. Stattdessen soll die Universität die Samen direkt von der White Earth Seed Library in Minnesota bekommen haben.

The university received the seeds from the White Earth Seed Library in Minnesota, Lobe said. It tried to verify the story, which has appeared in print and broadcast news in the United States and Canada, but the bottom line is that “there was no clay ball,” he said.

Was am Ende zählt ist das Ergebnis

Die Geschichte um den Lehmbehälter, welcher eine verschollene Kürbis-Art in Form uralter Samen in sich trug, mag wichtig erscheinen. Doch am Ende zählt, was nachweislich auch wirklich als wahr verfolgt werden kann. Woher auch immer die 800 Jahre alte Riesenkürbis-Sorte gekommen ist, sie gibt es tatsächlich. Damit wird uns einmal mehr gezeigt, welch große Artenvielfalt die Natur für uns bereit stellt und wie die „anscheinend“ uralte Kürbis-Sorte um ein Vielfaches größer und durchaus auch nahrhafter ist, als die heute bekannten Kürbis-Arten.

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