Produktanalyse – Ovomaltine Kakao Trinkpulver mit Vitaminen

Das Schweizer Kakao-Schoko-Getränk der Firma Ovomaltine gibt es seit 2014 mit „verfeinerter Rezeptur“. Es wird damit geworben, dass 44 Prozent mehr Kakao und 35 Prozent weniger zugesetzter Weißzucker enthalten ist. Zudem sind elf Vitamine sowie zwei Mineralstoffe zugefügt. Ovomaltine wirbt für einen gesunden Morgendrink und damit für einen gesunden Start in den Tag. Ob das stimmt überprüfen wir mit einer Produktanalyse.

Dass Ovomaltine zumindest einen äußerst schokoladigen Start in den Tag vorlegt, ist nicht zu widerlegen. Doch ist dieser auch gesund, wie auf der Packung angegeben wird? Schauen wir uns zuerst einmal die Liste der Inhaltsstoffe und Zutaten an, aus denen Ovomaltine hergestellt wird.

Zutaten aus dem Industrie-Labor

Folgende Zutaten befinden sich in Ovomaltine: Gerstenmalzextrakt (51% i. d. Tr.), Magermilchkonzentrat, Milchserumkonzentrat, fettarmes Kakaopulver (13%), Zucker, Fructose, Magnesiumcarbonat, Calciumphosphat, pflanzliches Öl, Vitamin A, Vitamin E, Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B3, Vitamin B5, Vitamin B6, Vitamin B9, Vitamin B12, Vitamin C, Vitamin H), Speisesalz, Vanillin. Dazu ist vermerkt, dass das Produkt Spuren von Ei enthalten kann.

Ovomaltine wirbt mit elf Vitaminen sowie den beiden Mineralstoffen Calcium und Magnesium. Hierbei sei vermerkt, dass alle Vitamine und Mineralstoffe synthetisch hinzugesetzt sind. Kakao ist in seiner rohen Form eine regelrechte Vitamin C-Bombe, jedoch geht das Vitamin C aufgrund der vorausgehenden Verarbeitung und Erhitzung des Kakaos verloren. Auch besitzen die hoch konzentrierten Protein- bzw. Milchbestandteile sowie der Weißzucker und auch die Fructose kaum bis gar keine eigenen Vitalstoffe – ganz im Gegenteil. Vor allem weißer, isolierter Zucker benötigt für seine Verstoffwechslung unter anderem Vitamine des B-Komplexes, welche hier nur in stark unzugänglicher Form (künstlich zugesetzt) vorliegen und damit an den Zellen beinahe ungesehen vorbeirauschen.

Gleiches gilt für die Mineralstoffe Calcium (Calciumphosphat) und Magnesium (Magnesiumcarbonat). Bei einer ausgeglichenen Ernährung dürfte man bei diesen beiden Mineralstoffen keinen Mangel aufweisen. Spurenelemente sind da wesentlich wichtiger, wobei generell die Frage ist, wie gut diese zugesetzten Stoffe in einem Milch-Kakao-Getränk von unserem Körper aufgenommen werden können. In erster Linie sollen sie nämlich – genau wie die nachträglich hinzugefügten Vitamine – einen Werbeeffekt auf der Verpackung erlauben. Schaden tun sie zwar nicht wirklich, jedoch ist Ovomaltine ein Getränk, was definitiv nicht zur Berechnung der aufgenommenen Vitamine und Mineralstoffe herangezogen werden sollte. Denn mit einer natürlichen Vitamin-Quelle hat Ovomaltine so viel gemeinsam wie ein frisch gepflückter Apfel eines Apfelbaumes mit einer pasteurisierten Apfelschorle im Supermarkt.

Was bringt die verfeinerte Rezeptur?

Kommen wir doch noch einmal zu der verfeinerten Rezeptur. Es wird also mehr Kakao bei gleichzeitig weniger Weißzucker verwendet. Das klingt zwar lobenswert, doch befinden sich auch jetzt gerade einmal 13 Prozent Kakao in dem orangefarbenen Tütchen. 44 Prozent Steigerung zum vorhergehenden Inhalt? Dann brauchte man den Kakao-Anteil zuvor wohl gar nicht erst erwähnen. Der mit 35 Prozent geringere Weißzucker-Anteil wird über Fruchtzucker (Fructose) ausgeglichen. Fructose erhöht zwar nicht so schnell den Blutzuckerspiegel wie Glucose, wird vom Organismus allerdings sehr ähnlich behandelt. Eine Umwandlung von Fructose in Glucose mit anschließender Einlagerung in die Fettdepots findet hier genauso statt. Daher ist Fructose keine wirklich gute Alternative zu herkömmlichem Weißzucker.

Der Rest des Produktes besteht aus Gerstenmalzextrakt (Malzextrakt), erhitztem und eingedampftem Milchpulver und pflanzlichem Öl. Welches Öl verwendet wird ist nicht klar ersichtlich, vermutlich ist es eine Mischung verschiedener günstiger pflanzlicher Öle. Mit Speisesalz ist die billigste Form von Salz enthalten, der geringe Anteil an Vanille ist kaum erwähnenswert. Hier kommt leider ein Großteil des Inhalts von der verarbeitenden Nahrungsmittelindustrie und aus dem Labor.

Das schokoladige Ovomaltine-Fazit

Ovomaltine ist vor allem eines: Schokoladig im Geschmack. Gesund jedoch eher weniger. Ovomaltine ist keine wirklich gesündere Alternative zu gängigen Schoko- und Kakao-Fertigprodukten und Pulvern, auch wenn sich das Produkt auf der Verpackung als solches darstellt. Zum einen ist der Kakao-Anteil zu gering, gleichzeitig der Anteil an Zucker zu hoch. Die hinzugesetzten Vitamine und Mineralstoffe dienen ausschließlich für den Werbezweck.

Kommentare

Wordpress: 0
DISQUS: 0