Produktanalyse – Katjes vegetarisches Fruchtgummi Grün-Ohr-Bärchen

Das vegetarische Fruchtgummi aus dem Hause der Katjes Fassin GmbH steht für einen vegetarischen Genuss. Im Zuge der steigenden Zahl von Vegetariern ist Katjes bereits vor längerem auf den vegetarischen (Werbe-)Zug mit ehemals Heidi Klum aufgesprungen. Doch ist ein vegetarisches Fruchtgummi wie das vorliegende „Grün-Ohr-Bärchen“ automatisch gesünder als die nicht vegetarischen Gegenstücke?

Katjes ist der drittgrößte Hersteller, wenn es um den Bereich der fruchtigen und lakritzartigen Fruchtgummis geht und gilt als einer der Vorreiter im Bereich der vegetarischen Fruchtgummis. Und damit diese vegetarischen Fruchtgummis auch als solche ausgeschildert und beworben werden können, dürfen dafür bestimmte tierische Inhaltsstoffe – wie zum Beispiel Gelatine – nicht enthalten sein. Joghurt, Milchbestandteile oder Honig ist hingegen gestattet. Schauen wir uns die Inhaltsstoffe einmal näher an:

Zutaten und Inhaltsstoffe

Auf der Liste der Inhaltsstoffe stehen folgende Zutaten: Glucose-Fructose-Sirup, Zucker, Modifizierte Stärke, Säuerungsmittel Citronensäure (E330), Apfelsäure (E296), Milchsäure (E270), Holunderbeerensaftkonzentrat, natürliches Aroma, natürliches Orangen-Aroma, Frucht- und Pflanzenkonzentrate (Gardenia, Orange, Passionsfrucht, Mango, Apfel, Spirulina, Saflor), Magermilchpulver und Bienenwachs weiß (E901).

Oftmals verwenden Hersteller für den Ersatz tierischer Gelatine pflanzliche Gelatine wie zum Beispiel Agar Agar. Bei den Grün-Ohr-Bärchen ist dies jedoch nicht der Fall. Stattdessen dient unter anderem Glucose-Fructose-Sirup, modifizierte Stärke und Magermilchpulver als Grundlage für die gummiartige Substanz. Weißes Bienenwachs (E901) dient zudem als Überzugsmittel, damit die Fruchtgummis innen weich bleiben und nicht zu schnell austrocknen. Damit mögen die süß-sauren Gummitierchen zwar auf direktem Weg frei von Tieren (tierischer Gelatine) sein. Über Umwege bleiben mit Bienenwachs und Milchpulver dennoch tierische Bestandteile vorhanden. Vegetarisch ist das Produkt aufgrund der fehlenden Gelatine dennoch, frei von tierischen Zutaten jedoch nicht.

Natürliches Aroma bedeutet übrigens nicht, dass es von Natur aus in dem Produkt vorkommt. Es heißt lediglich, dass es nicht über eine synthetische Produktion zugefügt wurde. Ein natürliches Aroma findet ebenso isoliert von „außen“ den Weg in das Produkt, ist aber die weitaus angenehmere Variante als die Verwendung eines künstlichen Aromas. Mit Citronensäure (E330), Apfelsäure (E296) und Milchsäure (E270) sind gleich drei Säuerungsmittel vertreten, welche dem Fruchtgummi im Geschmack verändern sollen und zugleich dafür sorgen, dass die bunte Farbe unter der Einwirkung von Sauerstoff (Oxidation) gehalten werden kann.

Ist ein vegetarisches Fruchtgummi gesünder?

Ob vegetarisch oder nicht, der Gesundheit tragen die Fruchtgummis ohnehin nicht bei. Denn das Hauptproblem liegt hier gleich in doppelter Dosis vor: Zucker und Glucose bzw. Fructose in Form von Glucose-Fructose-Sirup. Beide Zuckerstoffe kommen hier in isolierter Form vor und machen den Hauptbestandteil des Produktes aus. Anders ausgedrückt: Die positiven Eigenschaften des Zuckers in seiner natürlichen Verbindung (Kokosblütenzucker, Zuckerrübe, Zuckerrohr) mitsamt aller Vitamine und Mineralstoffe sind hier nicht mehr gegeben. Dafür wirken die isolierten Zuckerarten stark auf die Bauchspeicheldrüse. In kurzer Zeit werden hierfür große Mengen an Insulin bereitgestellt. Nur so kann die bestehende Glucose-Menge aus dem Blut transportiert und zur Verbrennung in die Zellen weitergegeben werden. Gleichzeitig bleibt bei der Verstoffwechslung der isolierten Kohlehydrat-Menge (80 Gramm auf 100 Gramm Fruchtgummi) eine Vitamin-Differenz (Vitalstoffe, welche zur Verstoffwechslung benötigt werden) bestehen. Dadurch müssen körpereigene Depots in Beschlag genommen werden, um diese Differenz ausgleichen zu können.

Das Fruchtgummi-Fazit

Wer Tieren etwas Gutes tun möchte, der sollte auch gleich sich selbst etwas Gutes tun und auf vegetarisches Fruchtgummi wie Katjes „Grün-Ohr-Bärchen“ sowie auf jegliche andere Fruchtgummi-Produkte in seiner Ernährung verzichten. Als eine der wenigen Alternativen sei Lakritze mit Süßholzwurzel aus dem biologisch zertifizierten Bereich empfohlen.

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