Plastik-Verunreinigung des menschlichen Körpers erreicht Rekord

In der Vergangenheit berichtete ich des Öfteren über die ökologischen Verunreinigungen unserer Meere. Die daraus entstehende Gefahr für die gesamte Nahrungskette ist real und zeigt sich dieser Tage aufs Neue. Eine Studie, welche über das Magazin The Telegraph veröffentlicht wurde, zeigt diesen Umstand mehr als deutlich. Die Plastik-Verunreinigung des menschlichen Körpers nimmt stetig zu: Bis zu 11.000 Plastikteilchen nehmen wir über Lebensmittel und Kosmetikprodukte pro Jahr auf. Davon bleibt geschätzt ein Prozent in unserem Körper zurück. Genaue Studien dazu fehlen.

Plastik-Verunreinigung des menschlichen Körpers nimmt zu

Fisch und Meeresfrüchte gelten an sich als gesunde Lebensmittel, da sie ein sehr gutes Nährstoffprofil aufweisen. Doch sind diese aufgrund der derzeitigen Umweltfaktoren nicht mehr zu empfehlen. Generell nehmen Alltags- und Umweltgifte von Jahr zu Jahr zu, doch trifft es die Meere und die darin enthaltenen Tiere am härtesten. Besonders Plastik landet über die natürlichen Kreisläufe am Ende im Ozean und sammelt sich stetig weiter an. Die Albert Schweitzer Stiftung fast dahingehen zusammen:

Einer bislang unveröffentlichten Studie der Universität Gent zufolge nehmen Menschen, die regelmäßig Fische und andere Meerestiere wie Muscheln verzehren, pro Jahr bis zu 11.000 darin enthaltene Plastikteilchen zu sich. (…) Die Forscher gehen davon aus, dass sich dieses sogenannte Mikroplastik – das sind Plastikteilchen im Mikro- und Nanometerbereich – mit der Zeit im menschlichen Körper ansammelt. 99 % der aufgenommenen Teilchen werden zwar wieder ausgeschieden, den Rest aber nimmt der Körper auf. Was dann damit geschieht, ist noch nicht wissenschaftlich geklärt, wie der Leiter der Studie, Dr. Colin Janssen, verdeutlicht: „Wo landet das Plastik? Wird es vom Gewebe eingeschlossen und vom Körper vergessen oder ruft es Entzündungen oder andere Reaktionen hervor? Gibt das Plastik giftige Chemikalien ab? Wir wissen es nicht, aber wir müssen es eigentlich wissen.“ (…) Mehr als fünf Trillionen Teilchen Mikroplastik befinden sich bereits in den Ozeanen. Jede Minute kommt eine Menge hinzu, die dem Fassungsvermögen eines Müllwagens entspricht.

(Mikro)Plastik stellt ein großes Problem dar

Durch Sonneneinstrahlung, Erhitzung, schlechte Verarbeitung oder andere Einflüsse können sich kleinste Plastik-Partikel in Umverpackungen lösen und in unsere Nahrung gelangen. Zudem werden viele Waren des täglichen Bedarfs in Plastik verpackt, was generell zu einem Müllproblem führt. Denn Plastik kann auf natürlichem Wege nur extrem langsam abgebaut werden.

Plastik kommt jedoch nicht nur in Lebensmitteln vor. Auch in kosmetischen Produkten findet vor allem Mikroplastik Verwendung. Viele alltägliche Produkte – von der Innenausstattung des Autos bis hin zur Zahnbürste – bestehen aus Plastik. Was damit in unserem Körper geschieht, ist noch gar nicht erforscht. Und die Zukunftsaussichten sehen bei dem aktuellen Tempo der Verwüstung nicht besser aus. Die Albert Schweitzer Stiftung fährt fort:

Bis 2050 wird diese Menge auf vier Müllwagen pro Minute angestiegen sein. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnten Menschen, die regelmäßig Fische und Meeresfrüchte verzehren, am Ende des Jahrhunderts 780.000 Plastikteilchen pro Jahr zu sich nehmen.

Wir können in diesen Kreislauf leider nur bedingt eingreifen. Wer heute Lebensmittel in Papp- und Papierverpackungen bzw. Glas bevorzugt, tut sich selbst etwas Gutes. Dennoch sind bereits sehr große Mengen Plastik (und natürlich auch andere Schadstoffe wie Pestizide) in unserer Nahrungskette vorhanden, sodass wir diese Dinge früher oder später unweigerlich aufnehmen. Über die Unterstützung der Entgiftungsfunktionen des Körpers kann präventiv gegengesteuert werden. Doch wird sich die Verwendung von Plastik nicht bald drastisch reduzieren, sind irreparable Schäden an Umwelt und Mensch nicht mehr auszuschließen.

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