Neue Getreidemischung Tritordeum kommt in den (Bio)Handel

Eine neue Getreidemischung wurde auf der Bio-Fachmesse Biofach Nürnberg im Februar vorgestellt. Der Name des neuen Mischgetreides namens Tritordeum ergibt sich aus der (Namens)Kreuzung von Hartweizen (Triticum durum) und Wildgerste (Hordeum chilense). Die aus Spanien stammende Züchtung erfolgte über traditionelle Verbesserungstechniken, ohne dabei gentechnische Veränderung zuzulassen. Es gilt zudem als erste traditionell bzw. natürlich neu gezüchtete Getreideart, welche für den Verzehr durch den Menschen geeignet ist.

Das erste vom Menschen verzehrbare natürlich gezüchtete Mischgetreide

Das im Tritordeum in großen Mengen vorkommende Antioxidant Lutein gibt dem Mehl eine goldgelb schimmernde Farbe. Ansonsten ist es dem herkömmlichen Weizenmehl sehr ähnlich. Die Allgemeine Bäcker Zeitung berichtet direkt von der Nürnberger Bio-Messe:

Tritordeum heißt ein neues Bio-Getreide, das am heutigen Mittwoch auf der Biofach in Nürnberg offiziell dem deutschen Markt vorgestellt worden ist. Es soll laut des spanischen Entwicklungsunternehmens Agrasys im Vergleich zu anderen Getreidearten deutliche ernährungsphysiologische Vorzüge aufweisen, umweltverträglicher sein und zu einer Vielzahl an getreidebasierten Produkten verarbeitet werden können.

Was zeichnet Tritordeum nun also aus? Das Ziel hinter der neuen Züchtung war unter anderem, dass die Vorteile von Hartweizen mit den Vorteilen der wilden Gerste zusammenkommen. Vergleicht man Tritordeum mit herkömmlichem Weizen bzw. mit Gerste, ergeben sich einige ernährungsphysiologische Vorzüge.

Tritordeum vereint ernährungsphysiologische Vorteile

1. Tritordeum enthält mehr Ballaststoffe als Weizen. Damit beeinflusst es die das Herz und das Gefäßsystem betreffende Gesundheit positiv. Die wichtigsten in Tritordeum vorkommenden Kohlenhydrate sind die sogenannten Arabinoxylane, welche unter anderem das Immunsystem stärken.

2. Das Mehl des Mischgetreides enthält eine größere Menge an Fettsäure als Weizen. Der Anteil an einfacher, ungesättigter Fettsäure – welche als die wichtigste Fettsäure angesehen wird – verringert die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiter.

3. Der Anteil an unverdaulichen Gluten-Proteinen ist niedriger als bei Weizen. Dank seiner guten Verdaulichkeit stellt es eine gute Alternative für Personen dar, die an Ernährungsallergien leiden bzw. sich zum Großteil glutenfrei ernähren wollen. Da es dennoch Gluten enthält, ist es jedoch nicht für eine glutenfreie Ernährung geeignet.

4. Es enthält bis zu zehn Mal mehr Lutein als Weizen. Lutein ist ein Antioxidant, welches im Zusammenhang mit der Gesundheit der Augen steht.

Tritordeum ist bisher als biologisches Getreide zugelassen. Dies garantiert, neben einigen anderem Vorteilen, dass keine gentechnische Veränderung bei der Züchtung stattgefunden hat. Ob das neuartige Mehl auch im Geschmack überzeugen kann, dürfen wir auf kommenden Bio-Messen herausfinden. Im besten Fall jedoch in naher Zukunft beim Bäcker des Vertrauens.

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