Nahrungsergänzungsmittel – Sind sie für ein gesundes Leben Pflicht?

Das Interesse an Nahrungsergänzungsmitteln war nie größer als heute. Dies liegt unter anderem an dem Bekanntwerden der teils drastisch reduzierten Vitalstoffmengen in unseren Lebensmitteln. Aufgrund moderner Anbaumethoden unserer heutigen Agrarindustrie bleiben diese häufig aus. In unseren Lebensmitteln stecken immer weniger nützliche Dinge, dafür umso mehr Pestizide und Schadstoffe. Wie wichtig sind Nahrungsergänzungsmittel in der heutigen Zeit wirklich? Welche sind zu empfehlen und von welchen sollte man lieber die Finger lassen?

Nahrungsmittelanalyse: Weniger Gutes, mehr Schlechtes

In unseren handelsüblichen Lebensmitteln sind immer weniger lebenswichtige Stoffe enthalten. Vitalstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe sind durch die modernen Anbau- und Verarbeitungsmethoden rar gesät. Zugleich nimmt die Belastung des menschlichen Organismus von Jahr zu Jahr zu. Alltagsgifte, Schadstoffe in unseren Nahrungsmitteln oder Stress nehmen stets zu. All dies führt dazu, dass wir mehr Vitalstoffe verbrauchen als früher, gleichzeitig sollten wir unseren Körper vor allem im Bereich Stoffwechsel und Entgiftung unterstützen.

Aus diesen Gedanken heraus gibt es seit gut 30 Jahren regelrechte „Fans“ von Nahrungsergänzungsmitteln, aber auch vehement abratende Kritiker. Auch die Meinungen von Ärzten gehen des Öfteren sehr weit auseinander. Das Thema polarisiert teils stark. Hier scheint jeder für sich eine ganz eigene Wahrnehmung darüber zu besitzen, was gesund ist. Werfen wir nun einen Blick in das Thema und gehen wir dessen auf den Grund.

Wie wichtig sind Nahrungsergänzungsmittel?

Es stellt sich also die Frage: Wie wichtig sind Nahrungsergänzungsmittel für unseren Körper wirklich? Auf der einen Seite stehen medizinische Aussagen, die uns lehren, dass etwa fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag die Regel sein sollten. So etwas lernt man bereits in der Grundschule und wird vom Volksmund überliefert. Institutionen wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung propagieren die Regel fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag ebenso.

Nun wissen wir heute auch, dass 5 Portionen Obst und Gemüse vor 1990 sicherlich ausgereicht hätten. Heutzutage müssen Unterschiede gemacht werden, sowohl in Sachen Qualität als auch Schadstoffbelastung. Was bringt es mir, fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag zu essen, wenn diese aus Nicht-EU-Ländern kommen und voller Schadstoffe sind? Am besten ist Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten, doch wer nutzt diesen heute schon noch dafür? Die Pharmazeutische Zeitung berichtete bereits im Jahr 2004 über einen in den 90er Jahren im Durchschnitt halbierten Nährwert aller gängigen Obst- und Gemüsesorten.

Auf der anderen Seite stehen ergänzende Mittel für die eigene Gesundheit, welche in den meisten Fällen jedoch sehr zwiespältig betrachtet werden. Doch warum ist dies so? Es ist eine Tatsache, dass Nahrungsergänzungsmittel gerade hierzulande stark verteufelt werden. Hintergrund dafür ist der bei dem Wort Nahrungsergänzung auftauchende direkte Bezug zur synthetischen Tablette der Pharmaindustrie. Und hier haben auch all jene Recht, die behaupten, dass synthetische Vitamine und Brausetabletten überflüssig wären. Seit den 90er Jahren wird der deutsche Markt mit allerlei ergänzenden Mitteln förmlich geflutet. Und tatsächlich sind viele Produkte als überflüssig anzusehen.

Zumeist offenbart sich auch auf dem Etikett die Tatsache, dass ein Nahrungsergänzungsmittel nicht zwangsweise etwas mit Natürlichkeit zu tun haben muss. Doch zwischen all den Chemie-Bomben und synthetischen Aufputschmitteln gibt es auch eine Hand voll natürliche Nahrungsergänzungsmittel, die sich im Vergleich zum Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten nicht verstecken müssen. Dies ist lediglich eine Frage der Inhaltsstoffe und der Herstellungspraxis.

Ich bin der festen Überzeugung, dass natürliche Nahrungsergänzungen, welche so nah wie möglich an die Natur (bzw. an Obst und Gemüse) herankommen, nicht schaden können. Im schlimmsten Fall scheidet unser Körper überflüssige Vitalstoffe aus. Aus der Praxis weis ich jedoch, dass bei nahezu jedem Menschen Mangelerscheinungen bei verschiedenen Vitalstoffen vorherrschen. Dies betrifft besonders den Vitamin B-Komplex, Vitamin D, OPC (Oligomere Proanthocyanidine), Mineralstoffe und Spurenelemente wie Selen, Zink, Eisen und selbst Magnesium. Auch sekundäre Pflanzenstoffe sind in unserer heutigen Ernährung kaum mehr vorhanden, da wir nur noch selten hochwertiges Obst und Gemüse kaufen und dieses roh verzehren.

Worauf muss ich bei einem gesunden Nahrungsergänzungsmittel achten?

Nahrungsergänzungsmittel sind wichtig, tragen sie zu einem besseren Vitalstoffhaushalt und Stoffwechsel bei. Doch nicht jede Nahrungsergänzung ist förderlich geschweige denn gesund. Dies hängt, wie auch bei allen Lebensmitteln, unter anderem von den verwendeten Zutaten, deren Qualität und von der Verarbeitung des Produktes ab. Nachfolgend möchte ich auf die wichtigsten Punkt eingehen, wenn es um ein gesundes Nahrungsergänzungsmittel gehen soll.

1. Rohstoffe aus der Natur oder aus dem Labor

Die grundlegende Frage bei einem ergänzenden Produkt sollte sein, woher die Inhaltsstoffe kommen. Stammen die Ingredienzien aus dem Labor oder von einem Naturrohstoff? Letztere sind teurer, werden von unseren Zellen jedoch auch besser erkannt und damit effektiver in den Körper geschleust (Stichwort Bioverfügbarkeit). Das ist auch einfach zu erklären, denn in der Natur besitzt kein Lebensmittel nur ein Vitamin oder ein Mineralstoff isoliert, also allein. Dazu kommen Enzyme, welche zur besseren Aufnahme und Spaltung benötigt werden.

Bestimmte Vitamine (zum Beispiel Vitamin-B-Komplex) und Mineralstoffe (zum Beispiel Calcium und Magnesium) kommen immer im Verbund vor, weil diese zusammen auch wesentlich besser wirken. Kreuzverbindungen gibt es ebenso. So wirkt Vitamin C (wasserlösliches Vitamin) am besten mit OPC (sekundärer Pflanzenstoff). Oder aber erhöht Vitamin C (wasserlösliches Vitamin) die Aufnahme von Eisen (Spurenelement). Oder aber wird Vitamin D3 (fettlösliches Vitamin) benötigt, um Calcium (Mineralstoff) in die Knochen einzulagern. Isolierte synthetische Vitamine einzunehmen hat daher einen eher geringen Wirkungsgrad. Aber selbst bei Naturrohstoffen gibt es qualitative Unterschiede, je nach Anbaumethode und Konservierung.

2. Ernte und Verarbeitung

Die zweite Frage ist, auf welche Art und Weise die Rohstoffe verarbeitet werden. Werden sie per Hand gelesen oder maschinell geerntet? Stammen die Rohstoffe aus tropischen Gebieten oder aus unseren Breitengraden? Werden sie zum richtigen Reife-Zeitpunkt geerntet? Wie lang ist der Lieferweg zur Produktionsstätte? Werden die Rohstoffe verflüssigt oder per Trocknung in Pulverform gebracht?

Umso länger der Weg und umso mehr Arbeitsschritte folgen, umso weniger Vitalstoffe bleiben am Ende im Produkt. Zudem kann ein Nahrungsergänzungsmittel in flüssiger Form (Getränk) oder in fester Form (Pulver oder Tablette) hergestellt werden. Die Effizienz ist bei flüssigen Produkten im Regelfall besser, da hier enthaltene Stoffe direkt von der Mundschleimhaut bzw. generell vom Körper schneller aufgenommen werden.

3. Die Konservierungsmöglichkeiten

Damit wären wir gleich beim nächsten Punkt: Wie werden Nahrungsergänzungen haltbar gemacht? Beliebte Konservierungsmittel sind Zucker, Alkohol und Natriumbenzoat. Letzteres gilt als chemischer Konservierungsstoff und findet sich in vielen täglichen Produkten wieder. In Verbindung mit Vitamin C, welches nahezu jegliche Nahrungsergänzungen beinhalten, verstoffwechselt es sich zu Benzol. Dies ist jedoch ein krebserregender Stoff.

Auch eine Pasteurisierung wird bei vielen Herstellern als Konservierungsmethode genutzt – zu Lasten der Effizienz des Produktes. Denn es ist ein grundlegender Unterschied, ob ein Produkt unter einer „Kaltherstellung“ produziert oder auch direkt kalt abgefüllt (nicht nur kalt gepresst) wird oder ob eine Pasteurisierung für die endgültige Haltbarmachung verantwortlich ist, welche die meisten Vitamine und Enzyme zerstört.

Wichtig zu verstehen ist dabei, dass ein als Saft deklariertes Getränk pasteurisiert werden muss. Ein flüssiges Nahrungsergänzungsmittel muss dies nicht. Dennoch wird dies bei fast allen flüssigen Nahrungsergänzungen gemacht, da es der einfachste und günstigste Weg ist, ein Produkt über eine lange Zeit haltbar zu machen.

4. Zutaten, Inhaltsstoffe und ORAC-Wert

Nicht nur Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe sind wichtig. Auch die Möglichkeit den Stoffwechsel anzutreiben, Gifte im Körper zu lösen und die entgiftenden Regulationsmechanismen zu unterstützen ist essentiell. Hierfür eigenen sich besonders Formelprodukte, welche zum Beispiel auf der Basis von Kräutern aufgebaut sind oder generell eine bestimmte Wertigkeit (hohe Menge an Antioxidantien) vorweisen können.

Ein wichtiger Messwert dafür ist der ORAC-Wert. Umso höher dieser Wert bei einem Nahrungsergänzungsmittel ist, umso höher ist dessen antioxidative Kraft und umso stärker bzw. schneller kann es wirken. Viele Firmen geben den ORAC-Wert nicht an, da dieser eher niedrig ist und einem Vergleich nicht standhalten kann. Dies kommt meistens durch die Pasteurisierung, welche antioxidative Stoffe zerstört. Ein wirkungsvolles Nahrungsergänzungsmittel besitzt einen ORAC-Wert von wenigstens 10.000 µmol TE/100 Gramm, ideal sind 20.000 µmol TE/100 Gramm und mehr.

5. Die Verpackung

Ebenso von großer Wichtigkeit ist die Verpackung eines Nahrungsergänzungsmittels. Bei flüssigen Ergänzungen sind Braunglasflaschen ideal, da diese lichtundurchlässig sind und damit die Inhaltsstoffe vor Oxidation schützen. Plastikflaschen sind generell nicht geeignet, da durch Oxidation oder Zusatzstoffe (zum Beispiel Citronensäure E330) Plastik-Bestandteile herausgelöst werden können und daraufhin in unseren Körper gelangen.

6. Was benötigt mein Körper?

Eine Bestandsaufnahme klärt, welche Mittelchen benötigt werden. Fakt ist jedoch, dass bei fast allen Menschen die wasserlöslichen Vitamine sowie Vitamin D3 nur stark begrenzt vorhanden sind. Auch sekundäre Pflanzenstoffe benötigt unser Körper in weitaus größerer Menge, als wir uns über unsere reguläre Ernährung heute noch zuführen können. Für einen Einblick in den Stoffwechsel und die aktuellen Bedürfnisse des Körpers eignet sich ein Stoffwechsel-Screening oder auch eine Vitalblutanalyse im Dunkelfeldmikroskop.

Fazit

Es gibt natürlich noch weitaus mehr Gründe für oder gegen ein Nahrungsergänzungsmittel. Am Ende sollte man immer auf seinen Körper hören und diesen auch bei der Einnahme von jedweden Mittelchen beobachten, um Veränderungen feststellen zu können. In den Industrienationen sind Vitalstoff-Ergänzungen angebracht, nicht nur um fehlende Vitalstoffe aufzufüllen, sondern auch um unseren strapazierten Körper (durch Stress, Umweltgifte, Nahrungsmittelzusatzstoffe etc.) zu unterstützen.

Bei konkreten Fragen (Empfehlungen, Produktvergleich) könnt Ihr mir gern eine Anfrage über das Kontaktformular zukommen lassen.

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