Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor Verunreinigungen in Lupinensamen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt derzeit vor Verunreinigungen in Nahrungsmitteln, welche Lupinensamen bzw. das Mehl der Lupinenbohne enthalten. In glutenfreien und vegetarischen Fleischersatzprodukten wird häufig Lupinenmehl verwendet. Die Lupinenbohne gilt dafür als idealer Rohstoff. Laut dem BfR landen jedoch neben der Süßlupine auch immer häufiger Bitterlupinen in der Verarbeitung. Die Verunreinigungen der Nahrungsmittel mit anschließenden Vergiftungserscheinungen stammen von der unsachgemäßen Verarbeitung und Entbitterung dieser Bitterlupinenbohnen.

Alkaloide sorgen für Verunreinigungen in Lupinensamen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung berichtete am 27. März 2017, dass aufgrund eines mangelhaften Herstellungsprozesses die in der Lupinenbohne enthaltenen Alkaloide nicht sorgfältig entbittert werden. Dies führte dazu, dass es bei einigen Menschen zu Vergiftungserscheinungen kam.

Seit einigen Jahren werden die Samen von Lupinen vermehrt in der Lebensmittelproduktion verwendet – etwa zur Herstellung von glutenfreien Back- und Teigwaren oder diätetischen Produkten für Milcheiweißallergiker. In manchen europäischen und nordafrikanischen Ländern werden die Samen der Lupinen auch als Knabberartikel konsumiert. Je nach botanischer Art und geographischer Herkunft der Lupinen können ihre Samen bittere Chinolizidinalkaloide enthalten. Werden diese Alkaloide in einem sogenannten „Entbitterungsprozess“ nicht fachgerecht entfernt, können sie beim Menschen Vergiftungssymptome auslösen, die das Nerven-, Kreislauf- und Verdauungssystem betreffen.

In der Natur gilt ein stark bitterer Geschmack als Indikator für etwas Ungenießbares oder gar Giftiges. Werden jedoch große Mengen Lupinenmehl, gewollt oder ungewollt, mit Bitterlupinen gestreckt, kann der Verbraucher dies unter Umständen nicht mehr herausschmecken.

Ein bitterer Geschmack von Lupinensamen oder den aus ihnen hergestellten Erzeugnissen kann ein Indikator für die Anwesenheit von gesundheitlich unerwünschten Lupinenalkaloiden sein. Auch sollte das bitter schmeckende Einweichwasser von Lupinensamen in keinem Fall verzehrt bzw. zur Zubereitung von Speisen verwendet werden.

30 Fälle von Vergiftungserscheinungen in sechs Jahren

Dabei wurden in den letzten sechs Jahren offiziell 30 Meldungen über Verunreinigungen in Lupinensamen aufgenommen. Faktisch betrachtet sind 30 Vergiftungsfälle in sechs Jahren sehr gering. In Relation kommt es bei herkömmlichen Nahrungsmitteln durch Verunreinigungen zu ähnlich vielen Fällen. Produkte, die Milch, Ei und Fleisch beinhalten, sind ebenso häufig von Rückrufaktionen betroffen.

Aufgrund heutiger globaler Einkaufs- und Verkaufsstrukturen oder der Gewinnmaximierung durch z.B. Streckung eines Nahrungsmittels treten derartige Fälle häufiger auf. Gänzlich verhindern können wir dies nicht, da es ohnehin nahezu alle Lebensmittelbereiche betrifft. Vorkehrungen können getroffen werden, in dem wir z.B. nur Produkte beziehen, auf denen die Verwendung der Süßlupine deklariert wird. Noch besser ist der Kauf von biologisch erzeugten Lupinensamen bzw. biologisch hergestellten Produkten aus Lupinensamen von regionalen Bauern.

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