Biolumineszenz – Leuchtende Pflanzen statt Straßenlaternen & Energiesparlampen

Holistisch Leben - Natur & UmweltLeuchtende Pflanzen statt Straßenlaternen und Energiesparlampen – was würden wir davon halten, wenn demnächst unsere Gehwege anstelle von Straßenlaternen mit selbstleuchtenden Pflanzen geschmückt würden? Klingt das eher nach Utopie oder Zukunftsmusik? Tatsächlich ist dieses Vorhaben real, nennt sich Biolumineszenz („lebendiges Licht“), und geht bereits über die Projektphase hinaus.

Zu Beginn sollte erwähnt sein, dass die Eigenschaft der Biolumineszenz der Natur nicht fremd ist. In den Tiefen der Meere gibt es viele Lebewesen, die sich diese Eigenschaft zu Nutze mache, um überhaupt etwas sehen zu können oder ihre Beute anzulocken. Auch in Höhlen finden sich Pilze oder Mikrolebewesen, die selbstleuchtend sind. Freunden von Filmen wie „Avatar“ kommt hier sicherlich eine der Waldszenen ins Gedächtnis, welche die Biolumineszenz von Pflanzen und Organismen in voller Pracht darstellt.

Und letztlich hat beinahe jeder von uns schon einmal Glühwürmchen in den sommerlichen Abendstunden tanzen sehen, was oft als sehr angenehm und magisch empfunden wird. Die Fragen, welche sich nun stellen, sind, inwieweit das Projekt namens Glowing Plant um Entwickler Antony Evans in die Natur eingreifen möchte, sich dadurch von ihr möglicherweise entfernt und vor allem auch, welche Vorteile dies letztlich der Menschheit bringen würde?

Antony Evans hat an der Universität in Cambridge studiert, aber auch diverse Ideen im Bereich bestimmter Software-Applikation mitfinanziert, unter anderem für Harvard. Als helles Köpfchen möchte er den Plan für Licht aussendende Pflanzen, der laut dem Banner auf der Kickstarter-Seite des Projekts bereits seit 1986 existiert, nun in die Realität umsetzen lassen. Dazu möchte er die DNS von Glühwürmchen beziehungsweise der speziellen Glühwürmchen-Art „Luciferin“ mit der DNS von bestimmten Pflanzen, welche zum Leuchten gebracht werden sollen, kreuzen.

Evans selbst sieht leuchtende Pflanzen nicht nur als Gewinnbringer im Zuge einer modernen Dekoration, sondern er sei besonders darin bestrebt, mit diesem Projekt den Energiebedarf der Menschheit weltweit zu reduzieren. So könnten Haushalte statt der bisher verwendeten Wohnungsbeleuchtung aus Energiesparlampen oder LED-Leuchten, aber auch komplette Bürokomplexe und Straßenzüge anstelle der heute eingesetzten Beleuchtung mit variabel leuchtenden Pflanzen jeglicher Größe versehen werden.

Das klingt natürlich erst einmal spektakulär und tatsächlich wären einige sehr interessante Möglichkeiten vorhanden, sobald eine solche Technologie einsatzbereit ist. Neben einer Reduzierung des Stromverbrauches wäre dies gerade in Zeiten des Verbotes von Glühlampen sowie der Energiesparlampen-Diskussion nicht nur ein großer Vorteil für das Portemonnaie privater Haushalte, wobei hier abzuwarten ist, welche Preise letztlich für solche Pflanzen verlangt werden, sondern auch ein gesundheitlicher Vorteil gegenüber den quecksilberhaltigen Energiesparlampen.

Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, wie man den Einsatz solcher genetisch veränderten Pflanzen kontrollieren würde. Denn eine Verkaufs-Kontrolle müsste es geben, da sonst entweder durch die natürliche Fortpflanzung, wenn man sie genetisch nicht auch gleich noch verändert, als auch durch das Verbreiten durch den Menschen eines Tages Unmengen der biolumineszensartigen Pflanzen in der Natur existieren würden, und zwar auch dort, wo man sie letztlich nicht bräuchte.

Da Evans solche Fragen sicherlich schon im Kopf herumirren, dürfen wir umso mehr auf eine zukünftige Version der selbstleuchtenden Pflanzen gespannt sein. Mehr Informationen über das Projekt bekommt ihr auf der Seite Glowing Plant.

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