Biologische Ernährung – Welche Folgen hat der Bio-Konsum?

Immer häufiger beziehen Verbraucher Bio-Produkte oder achten auf regionale Labels. Manch einer stellt seine Diät gänzlich auf eine biologische Ernährung um. Dabei wurde zwischen Bio und Nicht-Bio bis vor drei Jahrzehnten noch gar nicht unterschieden. Doch warum ist es heute wichtiger denn je zu wissen, woher unsere Lebensmittel stammen und ob sie biologisch angebaut werden?

Aufgrund weitreichender Änderungen in der Agrar-Industrie – besonders im Bereich Massenanbau – ist der Unterschied von konventioneller Nahrung zu biologisch angebauten Lebensmitteln heute umso gravierender, sodass es einer Bezeichnung bedarf. Doch was genau bringt uns Bio wirklich und welche Folgen hat es, von konventioneller Ernährung auf eine biologische Ernährung umzusteigen? Tatsächlich ist es eine Frage der heutigen Zeit, die sich der ein oder andere stellen dürfte.

Biologischer Anbau – Weniger Pestizide, besseres Nährstoffprofil

Ist es nun gesund, Obst und Gemüse aus konventionellem Anbau zu essen? Oder ist es gesünder, dies nicht zu kaufen und auf Obst und Gemüse aus biologischem Anbau umzusteigen? Grundlegend kann man sagen: Eine biologische Ernährung hilft, Pestizide und andere Schadstoffe zu vermeiden.

Zudem ist der Gehalt an Nährstoffen und Vitalstoffen der Lebensmittel höher. Sicherlich ist in manchen Fällen auch ein konventionelles Lebensmittel weniger belastet als ein biologisch angebautes. Dies ist jedoch die Ausnahme, wenn man Studien und Messungen (siehe Stiftung Warentest) glauben darf.

2012 wurde zum Beispiel eine Studie aus Stanford publiziert, welche bezeugt, dass in unseren Bio-Lebensmitteln zwar nicht immer zwanghaft mehr Vitalstoffe enthalten sein müssen, dafür jedoch teils wesentlich geringere Pestizide sowie andere Umweltgifte. Und gerade letzteres hat Folgen weit über unsere eigene Gesundheit hinaus.

Denn auch Ackerböden und unser Grundwasser profitieren von weniger Pflanzenschutzmitteln und Umweltschadstoffen in unserem Obst und Gemüse. Wir leben in einem geschlossenen Ökosystem. Über kurz oder lang fällt der Einsatz von Bioziden und anderen Schadstoffen auf uns zurück. Auch Kunstdünger, welcher mit synthetischen Stoffen versehen ist, hilft nur im ersten Schritt den Pflanzen zum Wachstum. Gerade dieser laugt Böden sehr stark aus, woraufhin nachfolgende Aussaaten noch weniger Nährstoffe aus dem Ackerboden beziehen können. Dies wiederum hat zur Folge, dass die angebauten Pflanzen nicht ausreichend Abwehrstoffe bilden können, weshalb Pestizide und andere Chemikalien benötigt werden. Ein Kreislauf, der vor allem im Massenanbau kaum mehr aufzuhalten ist.

In der ARD-Mediathek gibt es passend zum Thema einen sehr anschaulichen aktuellen Beitrag. Dort heißt es unter anderem: „Wie wollen wir uns zukünftig ernähren? Die industrielle Landwirtschaft produziert Lebensmittel in riesigen Mengen zu Niedrigstpreisen. Doch diese Art der Landwirtschaft hat einen hohen Preis: Artensterben, Erosion der Böden, Nitrat im Grundwasser. Aber wie könnte eine Bewirtschaftung aussehen, die die Umwelt nicht massiv schädigt?“

Biodynamischer Anbau – Demeter & Bioland sind Königsklasse

Ein mittlerweile bekanntes Bio-Siegel ist der orangefarbene Demeter-Schriftzug. Dieser garantiert, ähnlich wie bei einem regulären Bio-Siegel, dass zum Beispiel die präventive Vergabe von Antibiotika oder Wachstumshormone für Milchkühe verboten sind. Auch der Einsatz nahezu jeglichen Pestizids wird drastisch reduziert. Die besonderen Richtlinien des Demeter-Siegels sind besonders hervorzuheben. Doch das Konzept umfasst noch mehr als einen qualitativ hochwertigen Herstellungsprozess oder die Regulierung von verwendeten Inhaltsstoffen. Auch auf alternative Energien und Transportmöglichkeiten der Rohstoff-Erzeuger und Hersteller wird geachtet. Der Sinn hinter wahrhaftig biologischen Lebensmitteln geht also noch weitaus tiefer, als so manch einer denkt.

Bioland hält es damit ähnlich und positioniert sich noch ebenso über dem Bio-Standard. Eigens auferlegte, ethische Richtlinien sind zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben. Wenn Bauern allerdings aus voller Überzeugung Wege suchen, um nahezu ohne jegliche Hilfsstoffe zu haushalten, dann gebührt jenen Respekt. Mensch und Natur wird es Pionieren wie diesen in Zukunft immer stärker danken, wobei sich diesem Weg im besten Fall eine immer größer werdende Zahl an Bauern anschließen werden.

Der Ausschluss genetisch veränderter Zutaten bzw. genetisch manipulierter Tiere, ein Verzichten auf den Einsatz von Wachstumshormonen und einer präventiven Vergabe von Medikamenten sowie andere Auflagen lassen derartige Garantie-Siegel an der Spitze des biologisch erzeugten Lebensmittels stehen.

Bio kostet viel mehr Geld – Ein Trugschluss

Der Otto-Normal-Verbraucher schaut auch bei Lebensmitteln zuerst auf den Preis. Doch wer über den Preis einkauft, trifft im seltensten Fall die beste Wahl, geschweige denn das beste Preis-Leistungsverhältnis. Denn eines wird oft vergessen: Mit Bio kommt man länger aus, da man weniger davon braucht – egal, ob es sich dabei um biologische Lebensmittel oder ökologische Putzmittel handelt.

Vergleicht man den Warenkorb an der Kasse, ist bei einem Umstieg auf eine biologische Lebensweise der Preis vor allem zu Beginn um 30 bis 100 Prozent höher. Doch nehmen wir Produkte wie Bio-Dinkelmehl, Bio-Rohrohrzucker, Wildreis oder Bio-Tee. Von allen braucht man weniger, um satt zu werden bzw. einen gehaltvollen Geschmack zu erhalten. Zudem arbeitet bei einem höherwertigeren Einkauf das eigene Köpfchen anders mit, denn Lebensmittel werden nicht so schnell weggeschmissen.

Prüfen sollte man auch sein Kaufverhalten, denn oftmals sind es die vielen Kleinigkeiten wie Süßigkeiten, Knabbereien, Softdrinks oder auch Alkohol und Zigaretten, die gewaltig auf die Rechnung schlagen. Für eine gesunde Ernährung benötigen wir diese Dinge nicht wirklich, doch langen die Hersteller hier richtig in den Geldbeutel. Um es zu verdeutlichen: Ein gesundes stilles Wasser in Glasflaschen gibt es durchaus ab 40 Cent pro Liter. Coca Cola, welche letztlich nur aus Zucker, Wasser und Zusatzstoffen besteht, ab einem Euro pro Liter.

Einzig bei tierischen Produkten ist der Preis tatsächlich höher. Allerdings gilt hierfür ein generell gesunder Grundsatz: Weniger Fleisch essen, dafür eine höhere Qualität genießen kommt allen zugute. Bei Obst und Gemüse muss es übrigens nicht immer Bio sein – hier reicht manchmal auch einfach der Besuch eines Wochenmarktes oder beim Bauern des Vertrauens. Da lassen sich vor allem in der Saison gesunde Schnäppchen machen.

Biologische Ernährung – Das Bio-Fazit

Eine biologische Ernährung macht auf mehreren Ebenen Sinn. Bio stellt nämlich nicht nur mehr Vitamine und Mineralstoffe für den Körper bereit, sondern reduziert vor allem die im konventionellen Bereich umfänglich eingesetzten Pestizide auf ein Minimum. Auch alle anderen Umweltschadstoffe werden reduziert verwendet, was den Ackerböden und dem Grundwasser zugutekommt. Im Bio-Segment verzichten Bauern zudem auf genetisch verändertes Saatgut, Wachstumshormone oder die präventive Vergabe von Medikamenten. Bio ist also nicht nur gut für die Erhaltung der eigenen Gesundheit, sondern auch für unsere Tierwelt und nicht zuletzt für unsere Umwelt.

Nach einer Umstellung, die ohnehin sukzessive erfolgt, ist man preislich nicht einmal viel teurer und lernt wieder, besser mit Lebensmitteln umzugehen. Im Gesamtbild ist Bio ein gigantisches Plus für unsere Umwelt sowie für alle Lebewesen auf unserem Planeten.

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